Personal

Deeskalationstrainerin – Achtung und Respekt im Klinikalltag

Sechs Monate hat Melanie Ristau, Gesundheits- und Krankenpflegerin im Angermünder Krankenhaus, neben dem Stationsdienst die Schulbank gedrückt. Nun hat sie nicht nur die Zusatzqualifikation als Deeskalationstrainerin in der Tasche, sie ist auch bereits im Einsatz und ebenso wie ihre Kollegin Gerlind Mittelstädt, die ebenfalls über diese Qualifikation verfügt, bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern viel gefragt.

Das Thema Deeskalation, verstanden als das Verhindern von Konflikten mithilfe verschiedener verbaler und non-verbaler Techniken, ist ein Thema mit wachsender Bedeutung. Denn: Nicht nur in Krankenhäusern nehmen Spannungen und Aggressionen zu. Patienten, die Angst haben und sich unwohl fühlen, Angehörige, die ungeduldig um Rat und Auskunft bitten – »die Hemmschwelle ist gesunken, die Frusttoleranz niedriger geworden, das kann ich mit 19 Jahren Berufserfahrung sagen«, erzählt Melanie Ristau.

Längst betrifft das nicht nur Ärzte oder Pflegepersonal, sondern alle Krankenhausmitarbeiter. »Deshalb geht es uns darum, zu hinterfragen, wie wir alle mit Konfliktsituationen, die es insbesondere im Krankenhaus immer gibt, umgehen können und mit welchen Techniken wir besser auf schwierige Situationen vorbereitet sind«, berichtet sie. Ziel sei es, dass es gar nicht erst zu Spannungen kommt, dass sich Patienten und Angehörige ebenso wie Krankenhausmitarbeiter aufgehoben und verstanden fühlen.

»Ein immer wichtigeres Thema im Alltag, über das ich mehr erfahren wollte«, erzählt Melanie Ristau über ihre Beweggründe für die Weiterbildung. Als Deeskalationstrainerinnen geben sie und ihre Kollegin Gerlind Mittelstädt ihren Kollegen theoretische und praktische Tipps, lehren Gesprächstechniken und machen auf Körpersprache und Ausdruck aufmerksam. So kann es bereits sehr helfen, wenn sich die Gesprächspartner in eine ruhigere Atmosphäre zurückziehen, statt Fragen im Vorübergehen auf dem Krankenhausflur zu beantworten.

Andreas Gericke

Leiter Öffentlichkeitsarbeit

GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH

Mehr Fröhlichkeit statt Spannungen im Klinikalltag

Stehen für mehr Fröhlichkeit statt Spannungen im Klinikalltag: Melanie Ristau (Mitte) aus dem Krankenhaus Angermünde hat eine Zusatzqualifikation als Deeskalationstrainerin absolviert. Chefarzt Dr. Martin Sandner und Verwaltungsdirektorin Marita Schönemann bedanken sich für das besondere Engagement, das nun allen Krankenhausmitarbeitern zugute kommt

Stehen für mehr Fröhlichkeit statt Spannungen im Klinikalltag: Melanie Ristau (Mitte) aus dem Krankenhaus Angermünde hat eine Zusatzqualifikation als Deeskalationstrainerin absolviert. Chefarzt Dr. Martin Sandner und Verwaltungsdirektorin Marita Schönemann bedanken sich für das besondere Engagement, das nun allen Krankenhausmitarbeitern zugute kommt

Eigene Deeskalationstrainer, eigenes Konzept

Das Konzept, eigene Deeskalationstrainer auszubilden, die ihr Wissen und ihre Erfahrungen weitergeben, wird im GLG Krankenhaus Angermünde bereits seit 2016 mit Leben erfüllt – mit Erfolg, wie Chefarzt Dr. Martin Sandner berichtet. »Es gab bereits zahlreiche Schulungen und die Mitarbeiter geben uns ein sehr positives Feedback. Entscheidend ist, dass die Trainer über viel Berufserfahrung verfügen, die Kollegen und Abläufe auf den Stationen kennen und diese so ihren Hinweisen gegenüber viel aufgeschlossener sind«, unterstreicht er.

Letztendlich trage das Projekt so nicht nur zu einer besseren Patientenversorgung bei, sondern erhöhe auch die Arbeitssicherheit und die Zufriedenheit aller Krankenhausmitarbeiter. Krankenhaus-Verwaltungsdirektorin Marita Schönemann ist das Projekt ebenfalls besonders wichtig. »Gerade weil es sich um ein fachbereichs- und dienstübergreifendes Angebot handelt, bei dem alle Krankenhausmitarbeiter, nicht nur auf den Stationen, sondern auch in der Patientenaufnahme, in der Küche oder im technischen Bereich davon profitieren«, betont sie.

Denn gerade jene Mitarbeiter, die auch ohne medizinische Ausbildung regelmäßig in Patientenkontakt kommen, erhalten durch die Deeskalationsschulung wichtige Tipps, wie sie Konflikte vermeiden und angemessen reagieren. Mittlerweile hat sich das Angebot der Deeskalationsschulung bereits herumgesprochen, sodass unter anderem Kollegen aus dem Prenzlauer Krankenhaus an den dreitägigen intensiven Schulungen teilgenommen haben.

Deeskalationskonzept
im GLG Angermünde

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seit 2016 Ausbildung eigener Trainer
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mit viel Wissen und Berufserfahrung um die Abläufe im Haus
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fach- und dienstübergreifend
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verbesserte Patientenversorung, Arbeitssicherheit und Mitarbeiterzufriedenheit

12 | 2019
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