Medizin | Pflege

3D-Video-Laparo­skop-System erhöht die Patien­ten­sicherheit

Für die Mitarbeiter des St. Josef Krankenhauses Moers war es am Anfang ein ungewohnter Anblick, wenn Dr. Marc Alexander Renter mit einer 3D-Brille in den Operationssaal ging. Der Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie geht aber nicht dorthin, um sich einen Kinofilm anzusehen, sondern um bei einer Patientin eine Mastdarmgeschwulst zu entfernen. Der Bauchchirurg und sein Team nutzen hierfür ein endoskopisches 3D-Gerät der neuesten Generation.

»Neben den generellen auch schon bei 2D-Systemen bestehenden Vorteilen laparoskopischer Eingriffe, wie vergleichsweise geringe postoperative Schmerzen und eine schnelle Genesung durch die nur kleinen Hautschnitte – bietet die 3D-Laparoskopie eine bessere Visualisierung. Seit der Entwicklung der schlüsselloch-chirurgischen Verfahren war die fehlende räumliche, also dreidimensionale Darstellung des Operationsgebietes eines der wesentlichen Probleme. Älteren Mitarbeitern, aber insbesondere auch noch in der Laparoskopie unerfahrenen Kollegen fehlten bei der Operation häufig die Orientierungshilfen. Mit der dreidimensionalen Darstellung ist dies nun vorbei. Außerdem ist es mit der dreidimensionalen Darstellung in HD nun möglich, feinste Strukturen, wie Gefäße und Nerven sicher zu identifizieren, darzustellen und zu schonen. Auch komplizierte Operationsschritte, wie das Nähen im Körper eines Patienten, sind deutlich erleichtert«, so Dr. Renter.

Regina Ozwirk

Öffentlichkeitsarbeit/Marketing

St. Josef Krankenhaus Moers

Im St. Josef Krankenhaus steht nun eines der bundesweit modernsten 3D-Systeme

Fast wie im Kino: Räumliches Sehen mit 3D-Brillen im OP

Fast wie im Kino: Räumliches Sehen mit 3D-Brillen im OP

Das 3D-Video-Laparoskop-System besteht aus zwei Komponenten: dem Laparoskop und der Video-Einheit. Das Laparoskop verfügt über ein duales HD-Linsensystem. Eine Spezial-Videosoftware verarbeitet die von den beiden Bildsensoren gelieferten Bildsignale in Echtzeit zu einem hochaufgelösten 3D-Video. Dieses wird auf mehreren Monitoren im Operationsraum wiedergegeben. Alle an der Operation Beteiligten tragen Polarisationsbrillen, vergleichbar mit denen, die man aus 3D-Spielfilmen im Kino kennt. Sie erzeugen beim Blick auf den Monitor die gewünschte Tiefenwirkung, erlauben aber ansonsten eine normale Sicht. Dr. Renter hierzu: »Wir waren bereits bei den ersten Tests begeistert von den gestochen scharfen und absolut plastischen Live-Bildern aus dem Körperinneren.«

Mit der Anschaffung des 3D-Turmes hat das Krankenhaus St. Josef für die chirurgische Versorung ein Alleinstellungsmerkmal am linken Niederrhein.

Von der schonenden Präpa­ration mit der 3D-Technik profitieren viele unserer Darmkrebspatienten

Die Anschaffung der 3D-Laparoskopie sei keine technische Spielerei, betont Dr. Mark Banysch, Oberarzt der Abteilung. »Viele Operationen gelingen für den Patienten so sicherer und deren Dauer kann durch den Einsatz der 3D-Technik reduziert werden. Zudem zahlt sich das System für das Operationsteam mittels der verbesserten Auge-Hand-Koordination in einem ermüdungsärmeren Arbeiten aus.«

Einsatz findet die 3D-Laparoskopie-Einheit nicht nur bei Standard-Laparoskopien, sondern auch insbesondere bei Operationen des Hernienzentrums St. Josef und des durch die Deutsche Krebsgesellschaft zertifizierten Darmkrebszentrums. »Von der schonenden Präparation mit der 3D-Technik profitieren viele unserer Darmkrebspatienten. Unnötig große Schnitte in der Darmchirurgie sind heutzutage nicht mehr nötig«, sagt Dr. Renter.

Darüber, dass sich die teure Investition des St. Josef Krankenhauses bereits jetzt gerechnet hat, sind sich beide Bauchchirurgen einig. »Unsere Patientin, der wir aufgrund einer Krebserkrankung den Mastdarm entfernen mussten, ist bereits am vierten Tag nach der Operation nach Hause gegangen.«

06 | 2016
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