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Babylotsin – Hilfe für einen guten Start ins Leben

Die Geburt eines Kindes ist für die meisten Eltern ein überwältigendes Erlebnis. Es kann mit viel Freude, aber auch vielen Fragen, Befürchtungen oder Ängsten verbunden sein. Deshalb hat das GPR Klinikum am 01.03.2018 in Kooperation mit der Stadt Rüsselsheim und deren »Frühen Hilfen« die Stelle einer Babylotsin geschaffen, die durch Kaja Maiwert-Voß besetzt wurde. Ein gutes Jahr nach dem Start zieht das GPR Klinikum jetzt eine positive Bilanz zum Programm »Babylotsin in der stationären Geburtshilfe«.

Die studierte Sozialarbeiterin und Sozialpädagogin geht ihrer Arbeit unter der Leitung des projektverantwortlichen Chefarztes der Frauenklinik, Prof. Dr. Eric Steiner, mit viel Herzblut nach und unterstützt Mütter und Väter bei den Herausforderungen des neuen Lebensabschnittes. Sie steht den Eltern als Babylotsin bereits bei der Anmeldung und während des Klinikaufenthaltes als Ansprechpartnerin zur Seite. Ihre Aufgabe ist es, Familien zu beraten und in die vorhandenen Netzwerke früher Hilfen zu »lotsen«.

Joachim Haas

Mitarbeiter für Unternehmenskommunikation

GPR Gesundheits- und Pflegezentrum Rüsselsheim

Scharnierfunktion zwischen Gesundheitswesen, sozialen Sicherungssystemen und Jugendhilfe

Die Babylotsin

Durch eine rasche Kontaktaufnahme sollen Probleme, wie ungeklärte Formalitäten, eine nicht geregelte Nachsorge, psychische Probleme der Mutter oder familiäre Konfliktsituationen, in Angriff genommen werden. Die Babylotsin klärt mit den Eltern gemeinsam bei einem vertiefenden Gespräch zur jeweiligen Lebenssituation, wie und wo entsprechend notwendige Unterstützung gefunden werden kann.

Die Eltern erhalten konkrete Adressen, Namen und Telefonnummern der Ansprechpartner in bereits bestehenden externen Hilfesystemen der „Frühen Hilfen“ oder sie werden durch Kaja Maiwert-Voß direkt dorthin vermittelt.

Unterstützt wird sie dabei von der Referentin der Geschäftsführung des GPR, Frau Anja Lütgert, die nicht im direkten Kontakt mit den Eltern steht, Kaja Maiwert-Voß aber eine Vielzahl administrativer Aufgaben abnimmt, um sie zu entlasten und dadurch einen engeren Kontakt und eine intensivere Betreuung durch die Babylotsin ermöglicht.

Die Babylotsin übernimmt eine Scharnierfunktion zwischen dem Gesundheitswesen, sozialen Sicherungssystemen und der Jugendhilfe. Sie bietet ihre Unterstützung in einer Lebensphase an, in der Familien erfahrungsgemäß Hilfen gegenüber sehr offen und vorurteilsfrei sind. Die Entscheidung, ob Eltern die Unterstützung annehmen, bleibt dabei aber immer ihnen selbst überlassen.

Einsatzbereiche der Babylotsin
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Unterstützung bei Formalitäten
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Regelung der Nachsorge
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psychische Probleme der Mutter
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familiäre Konfliktsituationen
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Circa 20 Prozent der Mütter
nutzen das Angebot

Erkennen – Klären – Vernetzen

»Als Babylotsin handle ich nach dem Grundsatz: „Erkennen - Klären - Vernetzen“. In den vergangenen sechs Monaten haben 105 Wöchnerinnen unser kostenfreies, niederschwelliges und für jeden zugängliches Angebot genutzt. Dies entspricht ca. 20 Prozent der Geburten hier im GPR Klinikum. Alle Eltern, und vor allem die alleinerziehenden Mütter, die ich unterstützen konnte, haben unser Hilfsangebot und die Vermittlung zu den „Frühen Hilfen“ sehr gerne und dankbar angenommen“, zog Kaja Maiwert-Voß ein Fazit.

Die „Frühen Hilfen“ sind eine flächendeckende Notwendigkeit und aus der Hilfelandschaft nicht mehr wegzudenken. „Frühe Hilfen“ arbeiten präventiv und berücksichtigen, dass es eine Verschiebung von privater zu öffentlich wahrgenommener Verantwortung für das Aufwachsen von Kindern gibt. Leitgedanken sind die Tatsache, dass alle Eltern gute Eltern sein wollen, dass sich Risikofaktoren früh identifizieren lassen und dass die Geburtsklinik bzw. die Medizin häufig großes Vertrauen genießt“, erklärt die Netzwerkkoordinatorin der Frühe Hilfen Rüsselsheim, Christina Zalán-Wollrab.

»Wir sind natürlich stolz, dass wir außerhalb von Frankfurt das Projekt „Babylotse Rüsselsheim“ als Vorreiter in der Region so erfolgreich etablieren konnten. Die hohe Zahl betreuter Eltern und Mütter zeigt, dass ein großer Bedarf an Beratungstätigkeit und Hilfestellung besteht. Wir freuen uns sehr, dass die Arbeit von Kaja Maiwert-Voß hier im GPR Klinikum so großen Anklang findet. Die Babylotsin des GPR Klinikums und die Frühen Hilfen der Stadt Rüsselsheim sind ein sehr schönes Aushängeschild für ein kinderfreundliches Rüsselsheim“, sagt GPR Geschäftsführer Achim Neyer.

 

Seit März 2018 Babylotsin am GPR Klinikum in Rüsselsheim: Kaja Maiwert-Voß

Seit März 2018 Babylotsin am GPR Klinikum in Rüsselsheim: Kaja Maiwert-Voß

Hintergrund

Das Programm »Babylotse« richtet sich an Familien rund um Schwangerschaft und Geburt und möchte diese dabei unterstützen, mit dem Kind – eventuell auch trotz hoher Belastungen im Alltag – auf einen guten Weg zu gelangen, um für das Kind möglichst gute Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen.

Entwickelt wurde das Programm von der Stiftung »SeeYou« im Jahr 2007 in Hamburg. Das Marienkrankenhaus Hamburg war dabei die erste Geburtsklinik mit Babylotsen. Wissenschaftliche Begleitung des Forschungsprojekts durch die Universität Hamburg sichert eine optimale Wirksamkeit für die Klienten. Die Teilnahme an dem Programm ist natürlich freiwillig.

Im November 2016 hatte die Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen Rüsselsheim, Christina Zalán-Wollrab, gemeinsam mit dem damaligen Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am GPR Klinikum, Dr. Bernd Zimmer, eine Tandem-Fachtagung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen in Berlin besucht. Dort stellte der Kinderschutzbund Frankfurt am Main das Projekt »Babylotse« in Kooperation mit der Stiftung »See You« vor und überzeugte die Anwesenden. Das GPR Klinikum ist auf Anregung von Dr. Bernd Zimmer und des Chefarztes der Frauenklinik, Prof. Dr. Eric Steiner, an die Stiftung »SeeYou« herangetreten und hat in einer vertraglich festgelegten Kooperation das Projekt »Babylotse Rüsselsheim« ins Leben gerufen.

Das Programm »Babylotse«
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entwickelt von der Stiftung »SeeYou«, 2007 in Hamburg
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wissenschaftliche Begleitung des Projekts durch die Universität Hamburg
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2017: Vorbereitung der Kooperation für das Projekt »Babylotse Rüsselsheim«
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2018: Im GPR Klinikum Rüsselsheim nimmt Babylotsin Kaja Maiwert-Voß ihre Arbeit auf

Voraussetzungen

Voraussetzung für eine Arbeit als Babylotsin ist ein abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik, der Sozialen Arbeit, der Pädagogik oder eine vergleichbare Ausbildung. Babylotsinnen sind speziell ausgebildet, um die Bedarfe von jungen Familien zu erkennen und behutsam auf sie einzugehen. Sie kennen sich im sogenannten »Frühe Hilfen«-Universum der Region gut aus und können Familien so gut dahin lotsen, wo man sie am besten beraten oder unterstützen kann. Dabei kann die Babylotsin schon einige wichtige Tipps zum Leben mit einem neugeborenen Kind geben. Manchmal reicht es ja auch schon, mit einem offenen und geduldigen Menschen zu sprechen und so Klarheit in die oftmals recht verworrene Situation rund um die Geburt eines Kindes zu bringen.

Was eine Babylotsin mitbringt
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Studium der Sozialpädagogik, der Sozialen Arbeit, der Pädagogik oder eine vergleichbare Ausbildung
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Ausgebildet, um die Bedarfe junger Familien zu erkennen und behutsam auf sie einzugehen
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Gute Kenntnisse des regionalen »Frühe Hilfen«-Netzwerks
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12 | 2019
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