Interview

Wir setzen auf nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung unserer Kliniken

Führung | Strategie
Wolfgang SchneiderGeschäftsführer
Alb-Donau-Klinikum

Die entscheidende Frage zuerst: Wieso haben Sie sich für den CLINOTEL-Krankenhausverbund entschieden?

Als kleinerer Krankenhausträger im ländlichen Raum mit drei Klinikstandorten und einer typischen Abteilungsstruktur mit Chirurgie, Innerer, Gynäkologie/Geburtshilfe und Anästhesie haben wir im gegebenen und zukünftigen politischen und finanziellen Rahmen keine optimalen Voraussetzungen. Die Entwicklung fast aller medizinischen, organisatorischen und rechtlichen Themen verläuft rasant. Bei diesen schwierigen Rahmenbedingungen und der schnelllebigen Zeit ist es gut und wichtig, den Blick weiter zu schärfen – auch mit Rückmeldungen und Anregungen aus einer anderen Perspektive. Dazu benötigen wir einen Verbund, in dem Offenheit und Transparenz keine Worthülsen, sondern Programm und Zielsetzung sind.

Sie haben im Juni 2015 die Leitung der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales übernommen. Die Refinanzierung der Betriebskosten der Krankenhäuser sehen Sie als größte Herausforderung. Wie kann Sie der Verbund hier unterstützen?

Natürlich mit Vergleichszahlen, die uns helfen können, bei Erlösen und Kosten die richtigen Fragen zu stellen und an die richtigen Stellen zu schauen. Dies kann im Personal- und im Sachkostenbereich, aber auch im Erlösbereich sein. Wir müssen die (geringen) Möglichkeiten und Spielräume, die uns das Korsett aus Finanzierungssystem, MDK, Tarifverträgen, rechtlichen Vorgaben und Qualitätsrichtlinien lässt, nutzen. Weiter erhoffen wir uns auch Ideen für neue und zusätzliche Angebote und Leistungen, die unser bisheriges Portfolio ergänzen und einen Deckungsbeitrag für das Unternehmen bringen.

Benchmarking, medizinische Qualitätsergebnisse, Wissenstransfer, kontinuierliche Patientenbefragung – das sind nur einige der vielen Angebote im Krankenhausverbund. Mit welchen Themen wollen Sie beginnen?

Genau mit diesen vier Themen werden wir maßgeblich beginnen. Wir erhoffen uns wertvolle Anregungen aus den Verbundhäusern und den zahlreichen aufbereiteten Benchmarkdaten. Auch medizinische Qualitätsergebnisse und Aussagen aus der Patientenbefragung sollen offen bewertet und vor allem auf breiter Basis mit Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten etc. diskutiert werden, um daraus Handlungsoptionen für die Zukunft zu erarbeiten.

06 | 2016
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