Führung | Strategie

Modernes Simulationszentrum für Gesundheitsberufe

Wie sich medizinische Fachkräfte in kritischen Situationen richtig verhalten, wird ab sofort unter realitätsnahen Bedingungen im neuen Institut für Simulation geübt. Die hochmoderne Lehreinrichtung in Eberswalde ist ein Kooperationsprojekt der Akademie der Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V. Campus Eberswalde und der GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH.

Die Kooperation sieht vor, dass Ärzte und Fachkräfte sämtlicher Kranken­häuser der GLG aus Eberswalde, Angermünde, Prenzlau und Wolletz in dem Zentrum intensive Trainings durchlaufen. Es geht darum, Ärzte, Pflegende, Rettungskräfte und Angehörige anderer Medizinberufe auf besondere Herausforderungen und Ausnahmefälle im Berufsalltag vorzubereiten. Ziel dieser aufwendigen und personalintensiven Lernform ist es, die Patientensicherheit zu erhöhen. Im Vordergrund steht die Frage, wie professionelle Teams optimal agieren und interagieren.

Andreas Gericke

Leiter Öffentlichkeitsarbeit

GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit mbH

70 Prozent der Fehler in kritischen Situationen gehen auf menschliche Faktoren zurück

Dr. Ortrud Vargas Hein seitens der GLG und Johannes Püchel, Leiter des Zentrums, koordinieren die Zusammenarbeit

Dr. Ortrud Vargas Hein seitens der GLG und Johannes Püchel, Leiter des Zentrums, koordinieren die Zusammenarbeit

Medizinischer Leiter des Simulationszentrums ist Johannes Püchel von der Akademie der Gesundheit. Er bringt Erfahrungen aus ähnlich hochmodernen Einrichtungen in der Schweiz mit und erklärte zur Premiere: »70 Prozent der Fehler, die in kritischen Situationen passieren, gehen auf menschliche Faktoren zurück. Deshalb ist es wichtig, an dieser Stelle anzusetzen und mögliche Szenarien im geschützten Rahmen durchzuspielen und auszuwerten, um alle Beteiligten professionell vorzubereiten.«

Die Szenarien reichen von der Geburt bis zum Herzinfarkt – jede Krankenhaussituation ist darstellbar. Die Teams agieren in einem Raum mit wandelbarem Ambiente, hinter einer Glasfront und an Monitoren beobachten und steuern Instruktoren das Geschehen. Als Patienten werden Puppen verwendet, an denen man sogar den Pulsschlag messen kann und vieles andere mehr. Auch in den angrenzenden Lehrräumen können die Aktivitäten der Teams verfolgt und später im Detail ausgewertet werden.

 

In der Luftfahrt ist das längst Standard, und jeder Fußballverein verbessert sein Zusammenspiel im Team durch Simulation im Training

»Ich freue mich sehr, dass wir diese hochmoderne Lernmöglichkeit für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Krankenhäuser einsetzen können«, sagte GLG-Geschäftsführerin Dr. Steffi Miroslau. »In der Luftfahrt ist das schon lange Standard, und jeder Fußballverein verbessert sein Zusammenspiel im Team durch Simulation im Training. Das neue Simulationszentrum ist Fort- und Weiterbildung auf höchstem Niveau mit modernsten Mitteln und Methoden.«

Seitens der GLG ist Verwaltungsdirektorin Ortrud Vargas-Hein für die Kooperation mit der Akademie verantwortlich. Sie sagte: »Zu dem gemeinsamen Projekt gehört auch, dass Experten aus den GLG-Kranken­häusern im Simulationszentrum als Instruktoren ihre Kenntnisse weiter­­vermitteln. So wird im Zusammenwirken aller mehr Teamkompetenz mit dem Ziel höherer Patientensicherheit erreicht.«

06 | 2018
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