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IT-Strategie in Cottbus: Schwerpunkt digitale Medizin

Am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus soll eine staatliche Unimedizin entstehen. Ein Schwerpunkt wird die digitale Medizin sein. Neben der Forschung, die das Klinikum dazu jetzt schon betreibt, beschäftigen den Maximalversorger in kommunaler Hand vor allem auch eigene digitale Prozesse und das Krankenhauszukunftsgesetz.

Das digitale Leitkrankenhaus ist eine von drei Säulen des Innovationszentrums Universitätsmedizin Cottbus, das aus den Strukturgeldern für den Braunkohleausstieg entstehen soll. Die anderen beiden sind die Unimedizin und die Modellregion Gesundheit Lausitz. Letzteres und das digitale Leitkrankenhaus werden in der gesamten IT-Strategie für das Carl-Thiem-Klinikum mitentwickelt. Für die Modellregion prüfen Wissenschaftler, wie die Gesundheitsversorgung künftig in der Fläche abgesichert werden kann, was Bürgerinnen und Bürger also vor Ort brauchen.

Das Carl-Thiem-Klinikum als digitales Leitkrankenhaus versteht sich als Vernetzungspartner für die Leistungserbringer in der Region. Dem Hausarzt, dem Apotheker und den Pflegeeinrichtungen sollen Schnittstellen angeboten werden, an die sie sich mit geringem Aufwand andocken können. Das Ziel für alle ist ein barrierefreier digitaler Zugang.

Anja Kabisch

Marketing/Unternehmenskommunikation

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus

Gebraucht werden zukunftsfähige Systeme, mit denen Daten zu jeder Zeit generiert werden können

IT dient den Mitarbeitern

Das ist der Grundsatz, den das Carl-Thiem-Klinikum bei der Veränderung der IT-Strategie im Fokus hat. Das heißt, wo kann und muss IT zukünftig Prozesse durch Standardisierung und Automatisierung unterstützen und im Ergebnis zu einer besseren Medizin führen? Neben dem medizinischen Bereich gilt das ebenso für die Zentralen Dienste.

Ein großes Thema ist die IT-Systemlandschaft. Derzeit besteht sie aus 160 Subsystemen, die meist nicht miteinander und nicht mit dem Krankenhausinformations-System (KIS) kommunizieren können. Das ist nicht zukunftsfähig. Gebraucht werden Systeme, mit denen Daten interoperabel zu jeder Zeit überall generiert werden können. Daran schließen die Fragen an, wo sie gespeichert werden und dass die Hoheit sichergestellt ist. Diese Anforderungen formuliert auch der Gesetzgeber im Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG).

IT-Strategie

Carl-Thiem-Klinikum Cottbus
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Vernetzungspartner
der Region
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barrierefreier digitaler
Zugang
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Schnittstellen zu
allen Partnern der Region: Hausarzt, Apotheker, Pflegeeinrichtungen
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Digitalisierung muss Medizin besser machen. Sie zwingt dazu, Prozesse neu zu beleuchten

Die Mitarbeitenden profitieren zukünftig von der durchgehenden Einführung der elektronischen Patientenakte, eines Patientendaten-Managementsystems, der Arzneimitteltherapiesicherheit und von Entscheidungs-Unterstützungssystemen. Dies bringt extreme Herausforderungen mit sich, weil diese neuen Systeme auf das gesamte Haus ausstrahlen und Veränderungen für über 1.000 Pflegekräfte und über 350 Ärztinnen und Ärzte bedeuten. Von der Architektur planen wir den Aufbau eines Clinical Data Repository, die neue Basis unserer Datenhaltung.

Sebastian Scholl, Direktor für Finanzen, IT und Digitalisierung am Carl-Thiem-Klinikum: »Digitalisierung muss Medizin oder Prozesse besser machen. Sie zwingt dazu, Prozesse grundsätzlich anzugehen, also sie nicht nur von analog ins Digitale zu übersetzen, sondern sie für jede Berufsgruppe infrage zu stellen und neu zu beleuchten. Darüber hinaus ist die ortsunabhängige Verfügbarkeit von allen medizinisch relevanten Informationen ein großer Benefit. Wir haben bereits vor ein paar Jahren das Klinikum komplett mit WLAN ausgestattet. Jetzt gilt es den nächsten Schritt zu gehen.«

11 | 2021
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