Corona

Drei Fragen an Udo Beck, CLINOTEL- Geschäftsführer

Die Ausbreitung des Corona-Virus wird uns eine Weile beschäftigen. Welche Auswirkungen hat das auf den CLINOTEL-Krankenhausverbund?

Unsere Mitgliedskrankenhäuser haben sich den Herausforderungen gestellt, sind dem Aufruf der Regierung gefolgt und haben die Grundlagen zur Bewältigung der Corona-Pandemie geschaffen. Dabei sind unsere gemeinsamen Aktivitäten und Benchmarks natürlich in den Hintergrund getreten. Kennzahlen und Ergebnisse, beispielsweise zur Patientenzufriedenheit, den Kassenanfragen oder den Personalkennzahlen mussten den Herausforderungen zur Bewältigung der Pandemie zunächst weichen.

Stark gewachsen ist in dieser Zeit der Bedarf nach Austausch und Vernetzung insbesondere zur Corona-Thematik auf allen Ebenen. Da wir seit Beginn des Jahres die digitale Kommunikationsplattform myCLINOTEL nutzen, können die Fachexperten in interdisziplinären Foren Fragen stellen, Informationen austauschen und voneinander lernen. Nach der ersten Welle sind nun die Kliniken dabei, den Weg zurück in die Normalität vorzubereiten und die entsprechenden Schritte umzusetzen und dabei gleichzeitig Reserven für eine zweite Welle von Covid-19-Patienten vorzuhalten.

Die bis dato ruhenden Verbundthemen werden mit diesen Schritten auch sukzessive wieder an Bedeutung gewinnen, denn die Herausforderungen werden durch Corona nicht verschwinden, mittelfristig eher weiter wachsen.

Wie bewerten Sie die finanzielle Situation für die Krankenhäuser durch Corona?

Das Krankenhausentlastungsgesetz sollte die Minderbelegung sowie die Mehrbelastung durch die Corona-Pandemie auffangen. Wir befürchten allerdings, dass Einnahmeausfälle der Kassen zum Beispiel durch Kurzarbeit in den Kliniken kompensiert werden sollen und der »kalte Strukturwandel« durch den Entzug finanzieller Mittel trotz der Corona-Pandemie weiter fortgesetzt werden soll.

Damit das Versprechen vom Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur wirtschaftlichen Sicherung der Kliniken eingehalten wird, sind wir in Sachen Lobbyarbeit mehrfach aktiv geworden. Zuletzt haben wir einen Offenen Brief an die Mitglieder des Fachbeirates des Bundgesundheitsministeriums verfasst. Die Experten haben den Auftrag, die Wirksamkeit der Maßnahmen aus dem Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz zu prüfen.

Wir haben verschiedene konkrete Vorschläge gemacht wie die Zusage an die Kliniken, die finanziellen Belastungen aufzufangen, eingehalten werden können. Es geht unter anderem um die 560 Euro Freihalte-Pauschale, persönliche Schutzausrüstung, die COVID-19-Testkosten und den Pflegeentgeltwert. Mit unserem Offenen Brief sollen die Beiratsmitglieder mit Fakten und Vorschlägen für eine faire Lösung versorgt werden.

CLINOTEL hat regelmäßig Expertentreffen und andere Veranstaltungen für die Mitgliedshäuser angeboten. Nun mussten Sie alle Veranstaltungen absagen. Wie geht es weiter?

Leider mussten wir die Präsenzveranstaltungen für die Fachexperten aus unseren Krankenhäusern aufgrund der Pandemie stoppen. Die Gesundheit der Teilnehmer geht vor. Aber wir haben schnell reagiert und Konzepte für webbasierte Alternativen entwickelt. Die ersten Veranstaltungen sind inzwischen terminiert und finden nun online statt.

Diese digitalen Treffen sind kein Ersatz für den persönlichen Kontakt, den wir uns alle schnell wieder wünschen. Aber wir versuchen, die Krise als Chance zu verstehen, und freuen uns über die Zunahme der Digitalisierung in unserer verbundinternen Kommunikation.

Über die Corona-Pandemie und ihre Folgen

Über die Corona-Pandemie und ihre Folgen

Udo Beck, CLINOTEL-Geschäftsführer

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