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Minus zwei Drittel – Energiesparen auf höchstem Niveau

Die Prüfgesellschaft Dekra bescheinigte dem Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow 2020 »höchstes Niveau« beim Energiesparen. Um 65 Prozent hatte man den Energieverbrauch in dem 245-Betten-Haus seit der ersten Prüfung vor vier Jahren gesenkt. Besonders positiv aufgefallen war der Dekra der verantwortungsvolle Umgang mit Energie quer durch die gesamte Belegschaft des Krankenhauses.

»Wir wussten, dass wir in den vergangenen Jahren eine Menge geleistet haben, was das Energiesparen angeht«, sagt Lutz Ausserfeld, Kaufmännischer Vorstand des Krankenhaus-Trägers. »Es von berufener Stelle bestätigt zu sehen, ist dann aber doch nochmal etwas ganz Besonderes.«

Ausserfeld trägt im Unternehmensverbund Evangelisches Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin die Hauptverantwortung für das Erreichen der Klimaziele. Dabei will man dort deutlich schneller sein, als es die EU-Kommission vorgibt. Statt bis 2050 will der in Berlin und Brandenburg aktive Unternehmensverbund schon 2035 klimaneutral sein oder bestenfalls sogar eine positive CO2-Bilanz erreichen.

Stefan Hochberger weiß, wie die Energieeinsparungen in Ludwigsfelde gelingen konnten: »Am meisten Energie wird im Krankenhaus für die Wärmeerzeugung verbraucht und für den Strom, der für Lüftung, Kühlung, Druckluft und medizinische Geräte gebraucht wird«, erklärt der Leiter des Immobilienmanagements des Diakonissenhauses. So hat das Energie-Team auch genau hier angesetzt, um CO2 einzusparen.

Alexander Schulz

Öffentlichkeitsbeauftragter

Evangelisches Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow

Mit 35,32 Gigawattstunden auf dem niedrigsten Niveau

Ganzheitliches Konzept

Eine der wichtigsten Maßnahmen: der Bau eines Holzpellet-Kraftwerks, das Wärme für Heizung und Warmwasser produziert. Außerdem ist das Krankenhaus auf Ökostrom umgestiegen. Darüber hinaus genügt der 2020 eröffnete Neubau des Krankenhauses höchsten Energiestandards. Und: Die Daten von Energiezählern im Krankenhaus werden in Echtzeit ausgewertet. So kann, kaum dass eine Anlage installiert oder geändert worden ist, festgestellt werden, ob der prognostizierte Energieverbrauch eingetreten ist oder ob nachjustiert werden muss.

Dieses Energiemonitoring findet in zahlreichen Einrichtungen des Diakonissenhauses statt. So ist es auch kein Zufall, dass dessen gesamter Energieverbrauch 2020 mit 35,32 Gigawattstunden auf dem niedrigsten Niveau seit 2015 lag – dem Jahr der Einführung des Energiemanagements im Unternehmensverbund. Auch die CO2-Werte sprechen eine deutliche Sprache.

»2015 haben wir insgesamt noch 9.297 Tonnen Kohlendioxid emittiert«, erläutert Ausserfeld, »2020 waren es dann nur noch 5.948 – ein Minus von 3.349 Tonnen oder 36 Prozent.« Den höchsten Anteil hat dabei der Strom: Die Emissionen aus elektrischer Energie betrugen 2020 weniger als zehn Prozent derer im Jahr 2015.

Wesentlich dafür: eine Reduzierung des Verbrauchs sowie die Umstellung der meisten Verträge auf Ökostrom. Auch beim Wärmeverbrauch wurde verbundweit gespart. Ausruhen wolle man sich auf diesen Erfolgen aber nicht, sagt Ausserfeld – im Gegenteil: »Bis zum Jahr 2025 wollen wir eine Reduktion der CO2-Emissionen von 40 Prozent gegenüber 2015 erreichen.«

Dazu soll auch das Evangelische Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow wieder beitragen.

Reduktion des Energieverbrauchs

Maßnahmen

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Holzpellet-Kraftwerk
für Heizung und Warmwasser
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Umstieg auf Ökostrom
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Neubau mit höchsten Energiestandards
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Energiemonitoring
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11 | 2021
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